Private Equity 2025: Club Deals sind wieder en vogue
Club Deals feiern 2025 ihr Comeback. Warum sie mehr sind als ein Finanzierungsinstrument – und was Berater jetzt können müssen, um im neuen Private-Equity-Spiel relevant zu bleiben.

1. Warum der Club-Deal wiederkommt
a) Deal‑Größen wachsen, Kapitalbedarf steigt
Nach Jahren niedriger Deal‑Aktivität verzeichnen PE‑Manager 2024/25 eine Rückkehr großer Transaktionen: Großkapital‑Deals über 500 Mio. USD boomen, Megadeals rivalisieren wieder den 2021er‑Niveau. Allein der Kreditbedarf für solche Deals sprengt oft die Kapazität eines einzelnen Fonds – der Club‑Deal teilt das Risiko.
b) Zins‑ und Kredit‑optimiertes Umfeld
Zinsen stabilisieren sich, Kreditmärkte erholen sich. McKinsey bestätigt: Ein günstigeres Finanzierungsumfeld fördert Club‑Deals, insbesondere bei Buy‑outs über 500 Mio. USD. Bain prognostiziert 2025 eine Deal‑Erholung – SPVs & Club‑Formate werden dabei wichtiger .
c) Buy‑Side‑Druck & Dry Powder
Die zwei‐ bis dreijährige Finanz‑Durststrecke endete 2024 – Distributions übersteigen erstmals seit 2015 wieder Zuflüsse . Gleichzeitig stapelt sich ungenutztes Kapital (= „dry powder“ > 2 Bio. USD). Große GPs müssen investieren – Club Sports mit Co‑Investoren sind dafür attraktiv.
d) Komplexe Deal‑Strukturen verlangen Vielfalt
Carve‑outs, P2P‑LBOs, Secondaries und Continuation‑Vehikel steigen. Klein‑ und Mid‑Market‑Deals sind besonders gefragt . Gleichzeitig nimmt Fortgeschrittene Beteiligungsverteilung zu – Konsortien bringen Struktur‑Know‑How und Sektor‑Expertise zusammen.
2. Club‑Deals: Vor‑ und Nachteile
3. Was das für Berater bedeutet
a) Mandatsprofil neu denken: Koordination & Strukturierung
Für Berater wird das operative Management von Konsortien entscheidend – von Equity‑Split über Governance bis Exit‑Clash‑Management. Beratungsprofis müssen Prozesse institutionalisiert steuern können.
b) Due Diligence wird multidimensional
Multidimensionale Konsortien setzen Experten verschiedener Sektoren voraus: Finanz-, Regulierungs-, ESG-, Tech-Expertise. Berater müssen sich in mehreren Domänen positionieren.
c) Beteiligte Stakeholder: Expansion ins Club‑Ökosystem
Neben führendem GP gehören Institute wie Co-Investoren, Debt-Platinen, Joint-Venture-Partner, Secondaries‑Manager, Banken zur Landschaft – Berater müssen Netzwerk-Kompetenz zeigen.
d) Advisory-Services nach dem Close
Portfolio-Value-Add wird Segment‑übergreifend: Der Club‑Deal erfordert Integration strategischer, technologischer und operativer Beratungsbausteine – AI, Digitalisierung, ESG‑Reporting. Eine ganzheitliche Post‑Close Capacity ist gefragt.
e) Pricing & Geschäftsmodell neu justieren
Honorarmodelle: Vom Fix‑Fee zur Value‑Based‑Pricing-Verhandlung. Performance‑abhängige Vergütung oder Equity‑Carry‑Beteiligung werden sinnvolle Tools in hybriden Konsortien.
4. Spezialfall Europa & Mid‑Market‑Cluster
Europa verzeichnet ein Comeback regionaler Club-Konsortien. Nach FT/Daten zur Spectris‑Gigadeal‑Situation (KKR vs. Advent) sucht PE nach Verbündeten, um große Buy‑outs zu finanzieren – typisches Club‑Pattern. Gleichzeitig expandieren Mittel‑Markt‑Häuser wie William Blair auf PE-Beratung – bei Rückgang Gesamtvolumen +15 % Q1–Q2 2025 . Der Club‑Deal stellt sich als Antwort auf zunehmende Deal‑Komplexität heraus.
5. Ausblick & Handlungsempfehlungen für Berater
✅ Fokusthemen für Beratungshäuser:
- Club‑Deal‑Playbook entwickeln – standardisierte Tools für Konsortial-Due‑Diligence, Governance‑Roadmap, Exit‑Szenario-Management.
- Sektor‑Expertise bündeln – schlagkräftige Cross‑Sector‑Teams aufbauen (Tech, Gesundheitswesen, Nischen‑Industrie).
- Netzwerk ausbauen – Beziehungen zu Spezialbanken, Secondaries‑Managern, Debt‑Advisors, LP‑Co‑Investoren und Rechtsberatern.
- Pricing-Innovation – Performance‑Fees, Equity ‑Carry‑Komponenten als Teil des Honorarmodells.
- Post‑Close Excellence – Angebote für Transformations‑Programme aufsetzten – KI‑Rollout, ESG‑Governance, internationale Integration.
✅ Wie Sie Ihre Position schärfen:
- Fallstudien nutzen – z. B. Hellman & Friedman + Permira bei Zendesk (2022 Club Deal) .
- White‑Label‑Club‑Toolkit – schnittstellefähiges Angebot für Konsortien‑Setup, inkl. rechtlicher Standard‑Docs.
- Roundtable‑Formate – PE‑Konsortien und Partnernetzwerk zu gemeinsamen Workshops laden.
- Benchmark Reporting & Monitoring‑Modelle – Club‑Deal‑Treiber:** Governance, Exit KPIs, Wertentwicklung im Vergleich.
Fazit
Club‑Deals sind 2025 kein nostalgisches Relikt – sondern modernes Antwortmodul auf wachsende Deal‑Komplexität, Kreditnebenmarkt‑Dynamik und Kapital‑Überhang.
Berater, die Konsortial‑Governance, multidisziplinäre Due‑Diligence und Post‑Close‑Exzellenz routiniert orchestrieren, positionieren sich als Implizit‑Lead im PE‑Advisory‑Ecosystem – und sind nicht mehr nur Begleiter, sondern Architekten maßgeschneiderter Club‑Deals.
Was viele Club-Deals scheitern lässt, ist nicht das Kapital – sondern das fehlende Einverständnis darüber, wer führt, wer lenkt, und wer im Zweifel entscheidet. Kapital kann man bündeln. Vertrauen muss man bauen.
Berater brauchen jetzt: ein skalierbares Club‑Deal‑Playbook + strategische Sektor‑Cluster‑Exzellenz + Pricing‑Kreativität – all das mit robustem Netzwerk.
Quellen & Inspiration
- McKinsey & Institutional Investor: Private Markets Report 2025 zur Deal‑Erholung & Strukturwandel
- Bain 2025 Outlook: Fokus auf Differenzierung, Konsolidierung & Strippen für Club‑Deals
- Evalueserve: Dry‑Powder und Bewertungsspannendruck
- Ropes & Gray: DACH‑Markt‑Rezession & Nachholeffekte bei Secondaries
- Reuters, FT: KKR Spectris‑Deal, William Blair‑Expansion zeigen Konsortiums‑Rahmen
- Financial News London: KI‑& PE‑getriebene Beratungstransformation